Hundefutter ohne Zusatzstoffe: So erkennt man Qualität auf dem Etikett

Wer bei der eigenen Ernährung auf Zutatenlisten, Nährwerte und versteckte Zusätze achtet, stellt sich früher oder später die gleiche Frage beim Napf des Hundes. Denn auch Hundefutter trägt ein Etikett, das nach festen Regeln aufgebaut ist und viel verrät, wenn man weiß, wie man es liest. Dieser Beitrag zeigt Schritt für Schritt, worauf es bei Futter ohne unnötige Zusatzstoffe ankommt und wie man Qualität erkennt, ohne sich von Werbeversprechen leiten zu lassen.

Was auf einem Hundefutter-Etikett stehen muss

Die Kennzeichnung von Heimtierfutter ist in der Europäischen Union über die Verordnung (EG) Nr. 767/2009 geregelt. Sie schreibt vor, dass bestimmte Angaben auf jeder Packung stehen. Dazu gehören:

  • Art des Futters: Alleinfuttermittel deckt den gesamten Bedarf, Ergänzungsfuttermittel nur einen Teil. Wer ausschließlich ein Ergänzungsfutter füttert, riskiert auf Dauer Lücken.
  • Zusammensetzung: die Liste der Ausgangserzeugnisse, absteigend nach Gewichtsanteil sortiert.
  • Analytische Bestandteile: Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche, bei Nassfutter zusätzlich die Feuchtigkeit.
  • Zusatzstoffe: bestimmte Zusatzstoffe müssen ausgewiesen werden, etwa Vitamin A, D und E sowie Spurenelemente wie Zink oder Kupfer.
  • Fütterungsempfehlung, Hersteller und Mindesthaltbarkeit.

Schon an der ersten Zeile lässt sich viel ablesen: Steht ein Fleischerzeugnis am Anfang der Zusammensetzung, macht es den größten Anteil aus. Steht dort Getreide oder ein Getreidenebenprodukt, ist das Futter in erster Linie pflanzlich aufgebaut.

Offene und geschlossene Deklaration

Hersteller dürfen die Zutaten auf zwei Arten angeben. Bei der offenen Deklaration werden die einzelnen Zutaten mit Namen und meist mit Prozentangabe genannt, zum Beispiel „Rindfleisch 40 %, Rinderherz 15 %, Kartoffeln 10 %“. Bei der geschlossenen Deklaration stehen nur Sammelbegriffe wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“, „Getreide“ oder „pflanzliche Nebenerzeugnisse“. Welche Tierart, welches Organ oder welches Getreide dahintersteckt, bleibt offen, und die Zusammensetzung kann sich von Charge zu Charge ändern, ohne dass sich das Etikett ändert.

Für Hunde mit empfindlichem Magen oder Futtermittelunverträglichkeiten ist die offene Deklaration fast unverzichtbar, weil man nur so gezielt einzelne Zutaten meiden kann. Aber auch für alle anderen Hunde gilt: Je genauer die Angaben, desto besser lässt sich einschätzen, was im Napf landet.

Die Bezeichnung auf der Vorderseite richtig deuten

Ein häufiger Stolperstein ist der Name des Futters. Nach dem Verhaltenskodex des europäischen Heimtierfutterverbands FEDIAF haben Formulierungen eine feste Bedeutung:

Bezeichnung Mindestanteil der genannten Zutat
„Rind“ (als Produktname, z. B. „Rind-Menü“) mindestens 26 %
„reich an Rind“, „mit viel Rind“ mindestens 14 %
„mit Rind“ mindestens 4 %
„Geschmack von Rind“ kein Mindestanteil, nur erkennbar am Geschmack

Ein Futter „mit Huhn“ kann also zu einem sehr kleinen Teil aus Huhn bestehen. Wer wissen will, wie viel tatsächlich drin ist, schaut deshalb nicht auf die Vorderseite, sondern in die Zusammensetzung auf der Rückseite.

Zusatzstoffe: welche sinnvoll sind und welche nicht

„Ohne Zusatzstoffe“ ist bei einem Alleinfuttermittel streng genommen selten möglich, denn ernährungsphysiologische Zusatzstoffe wie Vitamine und Spurenelemente sorgen dafür, dass der Bedarf des Hundes gedeckt ist. Sie sind kein Qualitätsmangel, sondern oft notwendig. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen drei Gruppen:

  1. Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren. Sie haben eine Funktion für die Versorgung.
  2. Technologische Zusatzstoffe: Konservierungsstoffe, Antioxidantien, Bindemittel, Geliermittel. Sie dienen vor allem der Haltbarkeit und Verarbeitung.
  3. Sensorische Zusatzstoffe: Farbstoffe, Aromen und Geschmacksverstärker. Sie sprechen eher den Menschen an, denn Hunden ist die Farbe ihres Futters egal.

Bei hochwertigem Futter verzichten Hersteller meist auf Farbstoffe, künstliche Aromen und zugesetzten Zucker. Auch Lockstoffe, die ein Futter künstlich schmackhaft machen, sind ein Hinweis darauf, dass die Grundzutaten allein nicht überzeugen. Bei Nassfutter ist ein Verzicht auf chemische Konservierungsstoffe gut machbar, weil die Haltbarkeit durch das Sterilisieren in der Dose entsteht.

Die analytischen Bestandteile einordnen

Die Prozentangaben zu Rohprotein, Rohfett und Rohasche wirken auf den ersten Blick trocken, erzählen aber viel über ein Futter. Ein paar Anhaltspunkte:

  • Rohasche steht für den mineralischen Rückstand nach dem Verbrennen. Ein sehr hoher Wert kann auf einen großen Anteil an Knochen und Knorpel hinweisen.
  • Rohprotein sagt nichts über die Herkunft aus. Auch Federn oder pflanzliche Eiweiße erhöhen den Wert. Deshalb gehört der Blick immer zusätzlich in die Zusammensetzung.
  • Feuchtigkeit muss man berücksichtigen, wenn man Nass- und Trockenfutter vergleicht. Ein Nassfutter mit rund 80 % Wasser hat auf dem Papier niedrigere Nährwerte, ist aber auf die Trockenmasse gerechnet oft vergleichbar.

Praxis: So prüft man ein Futter in fünf Minuten

Wer im Laden oder online vor der Auswahl steht, kann mit einer einfachen Reihenfolge arbeiten. Zuerst klären, ob es ein Alleinfuttermittel ist. Dann die ersten drei Zutaten lesen und prüfen, ob sie konkret benannt sind. Danach nach Farbstoffen, Aromen, Zucker und Lockstoffen suchen. Anschließend die analytischen Bestandteile mit dem Bedarf des eigenen Hundes vergleichen, etwa bei Senioren, sehr aktiven Hunden oder Übergewicht. Zum Schluss lohnt ein Blick darauf, ob der Hersteller auf Nachfrage Auskunft über Herkunft und Herstellung gibt.

Ein Beispiel für Hersteller mit offener Deklaration und Verzicht auf künstliche Farb-, Aroma- und Lockstoffe ist Anifit Tiernahrung, deren Futter offen deklariert ist. Wer sich dort beraten lässt, kann für die erste Bestellung den Anifit-Gutschein HAH10 nutzen, der Neukunden im Anifit-Shop 10 % gewährt; der Anifit-Gutschein HAHVersand sorgt für eine kostenfreie Lieferung. Unabhängig von der Marke gilt aber: Das Etikett muss für sich selbst sprechen.

Wann der Tierarzt gefragt ist

Ein gutes Etikett ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Zeigt ein Hund nach einem Futterwechsel Juckreiz, Durchfall, Erbrechen oder verliert er ohne erkennbaren Grund Gewicht, sollte das abgeklärt werden. Ebenso gehören Hunde mit Nieren-, Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen in tierärztliche Betreuung, weil hier oft spezielle Diäten nötig sind. Ein Futterwechsel sollte außerdem nie abrupt erfolgen, sondern über mehrere Tage, indem man das neue Futter schrittweise unter das alte mischt.

Wer das Etikett lesen kann, trifft beim Hundefutter ähnlich bewusste Entscheidungen wie beim eigenen Speiseplan. Konkrete Zutaten, nachvollziehbare Prozentangaben und der Verzicht auf überflüssige Farb- und Aromastoffe sind dabei die verlässlichsten Hinweise, nicht der Name auf der Vorderseite.

Redaktion kalorienverbrauch.at

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