Übergewicht und Schnarchen werden häufig in einem Atemzug genannt – und das zu Recht. Doch die Verbindung ist komplexer als oft dargestellt, und auch sportliche Menschen können schnarchen. Was Ernährung, Bewegung und Körperzusammensetzung mit dem nächtlichen Atemgeräusch zu tun haben, erklärt dieser Beitrag.
Warum Übergewicht Schnarchen begünstigt
Fettdepots im Rachenbereich verengen die Atemwege und erhöhen den Widerstand beim Atmen. Der Weichgaumen und die Zunge geraten leichter in Flatterschwingung – das typische Schnarchgeräusch entsteht. Wer seinen BMI senkt, reduziert diese Ablagerungen und schnarcht in der Regel weniger – aber das ist kein Automatismus, und es dauert Monate.
Sportliche Menschen und Schnarchen
Auch schlanke, sportliche Menschen schnarchen. Anatomische Faktoren – enger Rachenquerschnitt, vergrößerte Gaumenmandeln, Nasenscheidewandverkrümmung – sind körperunabhängig. Intensiver Ausdauersport am Abend kann Schnarchen sogar verstärken, weil erschöpfte Muskeln schneller erschlaffen.
Hilfsmittel als Alternative oder Ergänzung
Wer nicht warten will, bis eine Gewichtsreduktion Wirkung zeigt, oder wessen Schnarchen andere Ursachen hat, greift zu praktischen Hilfsmitteln. Eine Zahnschiene gegen Schnarchen – auch Protrusionsschiene oder Schnarchspange genannt – positioniert den Unterkiefer leicht nach vorne und hält die Atemwege offen. Wirksamkeit: in Studien bei 70 bis 80 Prozent der Nutzer messbar positiv.
Kalorienverbrauch und Schlafdauer
Eine interessante Nebenwirkung von gutem Schlaf: erholsamer Schlaf reguliert die Hunger-Hormone Leptin und Ghrelin besser. Wer weniger als sieben Stunden schläft, isst nachweislich mehr Kalorien am nächsten Tag – im Schnitt 300 bis 500 kcal extra. Schlechter Schlaf durch Schnarchen ist also auch ein indirekter Faktor für Gewichtszunahme.